
Dritte internationale Kampagne für eine "Welt frei von Folter"Die Anti-Folter-Kampagne wurde Ende 2001 erfolgreich abgeschlossen. Mit zahlreichen Aktionen hat ai das ganze Jahr über auf das Problem der Folter aufmerksam gemacht. Seit Beginn der Kampagne haben sich mehr als 30.000 Menschen aus 188 Ländern bei ai registrieren lassen. Auf elektronischem Wege werden sie über Fälle von Folter oder drohender Folter informiert. Zwischen 2.500 und 10.000 Menschen senden dann Protest-Mails an verantwortliche Stellen.Die erste online-Eilaktion zu Gunsten einer Gruppen von Asylsuchenden im Libanon führte zu einer digitalen Flut von Protesten. Im Schnitt ging bei den libanesischen Behörden alle zwei Minuten eine E-Mail ein. Für ihren innovativen Einsatz des Mediums E-Mail gewann amnesty international den "Revolution 2001" Preis der britischen "digital economy". Fast die Hälfte aller Eilaktionen führte zu spürbaren Verbesserungen. Häftlinge wurden in normale Gefängnisse verlegt, nachdem sie vorher ohne Kontakt zur Außenwelt waren; andere erhielten medizinische Versorgung. Wieder andere wurden freigelassen. Was tut sich im Bezirk Rhein-Neckar?Der Bezirk Rhein-Neckar beteiligte sich an diesen Aktionen. Fast 200 Personen erhielten einmal im Monat eine E-Mail mit einem fertigen Brief zu einem aktuellen Folter-Fall.Folgende Erfolge können wir von unserer Mailing-Aktion im Rahmen der Anti-Folter-Kampagne melden:Wir hatten 10 ua's, von denen 3 positiv abgeschlossen werden konnten: In 2 Fällen gab es Freilassungen (Israel; Pal. Autonomiegebiete), in einem Fall wurde der Betreffende in ein anderes Gefängnis verlegt, wo keine Foltergefahr besteht (Indien).2 weitere Fälle konnten teilweise abgeschlossen werden: Einmal wurde ein Teil der Gefangenen freigelassen (Tansania), einmal wurde der Betreffende zwar aus der Haft entlassen, wurde aber von der Universität verwiesen (Malaysia). Diese Erfolge bestärken uns in unserem Tun und wir haben beschlossen, dass wir die Aktion weiterführen werden. Wir versenden einmal im Monat einen Brief zu einem aktuellen Fall. Dabei beschränken wir unsere Aktion aber nicht mehr ausschließlich auf die Folter, sondern werden uns um alle Bereiche kümmern, zu denen ai aktiv arbeitet. Dies sind neben der Folter, z.B. die Todesstrafe, das Verschwindenlassen, unfaire Gerichtsverfahren u.a.. Was können Sie tun?Beteiligen Sie sich an unserer Mailing-Liste "15 Minuten für die Menschenrechte", die wir vom Bezirk Rhein-Neckar eingerichtet haben. Sie erhalten einmal im Monat einen vorgefertigten Brief per Mail zu einem urgent action-Fall, den Sie an die angegebene Adresse schicken können.Falls Sie sich beteiligen möchten, schicken Sie uns eine Mail an webmaster@ai-rhein-neckar.de. Wie können Sie sich noch informieren?Der aktuelle Bericht "Für eine Welt frei von Folter" zur Kampagne stellt den heutigen Stand des Folterproblems dar. amnesty international entwirft eine Strategie, wie die Folter endgültig und weltweit beendet werden kann. Eine Fülle authentischer Beiträge zeigt, dass im Jahr 2000 in mehr als 150 Staaten der Erde Menschen gefoltert und misshandelt werden: auf Polizeistationen, in Gefängnissen und sogar in aller Öffentlichkeit. Der Bericht enthält aber nicht nur Zeugnisse der Grausamkeit und des Leidens, sondern auch des Mutes von Menschenrechtler/innen, die sich unerschrocken und vehement gegen die Folter einsetzen. Mit ihnen zusammen muss es gelingen, Folter zu stoppen.Taschenbuch, 216 Seiten, Oktober 2000, Preis: 6,80 EUR zu bestellen in 53111 Bonn. oder informieren Sie sich und bestellen unter: www.amnesty.de/stopfolter/ |